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Anatomie der Fische


Ei-Flecken
Das Seitenlinien-Organ

Anatomie-Zeichnung
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Eiflecken - Sicherung der Befruchtung des Geleges?

Ei-Flecken oder Ei-Attrappen sind keine Seltenheit bei unseren Fischen als vielmehr eine Sicherung zur Befruchtung der Eier. Nachdem sich nun ein Paar zur Eiablage gefunden hat bzw. das Männchen sich erfolgreich dem Weibchen genähert hat, beginnen Beide nun mit einem Tanz. Sie schwimmen in engen Kreisen wodurch das Weibchen in Laich-Stimmung kommt und beginnt, ihren Laich abzusetzen, Ei für Ei. Die einzelnen Eier (auch mal mehrere zusammen) liegen nun im Bodengrund bzw. auf dem jeweiligen Laichsubstrat und "warten" auf ihre Befruchtung. Der männliche Part schwimmt nun über das/die Ei(er) und entlässt seine Spermien. Das bereits wartende Weibchen nimmt dieses Ei augenblicklich wieder mit dem Maul auf. Dies geschieht innerhalb einer Sekunde oder noch schneller, sprichwörtlich augenblicklich, da es genügend Fress-Feinde gibt, die den leckeren Laich gerne für sich beanspruchen würden.

Da nun das Männchen diese sogenannten Eiflecken in der Afterflosse hat (genau an der Basis der Geschlechtsorgane) schwimmt das Weibchen immer der Afterflosse hinterher da sie meint, es wären noch weitere Eier vorhanden, die aufgesammelt werden müssten. Somit nimmt sie auch einen Teil des männlichen Spermas mit Ihrem Maul auf und mögliche unbefruchtete Eier werden dieses mal befruchtet.
Das Weibchen frisst innerhalb der Brutzeit nichts bzw. sehr wenig und entlässt ihre Jungen je nach Reifegrad nach ungefähr 20 Tagen nach der Eiablage.

Es gibt auch noch weitere Fortpflanzungstechniken, wie etwa das "Kukucksverhalten" einiger Synodontis-Welsarten. Hier werden einem bereits ablaichenden Barschpärchen befruchtete Eier untergeschoben, die dann mit dem Barsch-Gelege gemeinsam bebrütet werden. Da nun diese Wels-chen erheblich früher schlüpfen, fressen diese das Barschgelege vollständig auf und werden nach der eigentlichen Brutzeit entlassen. Meist sind diese dann erheblich größer als es die jungen Barschbabys sein würden.
Weitere so genannte Ei-Attrappen gibt es auch bei Geophagus steindachneri (Rothauben-Erdfresser) in der Maulgegend, wobei orangefarbige Punkte in den Maulwinkeln des männlichen Maules (nur während der Laichzeit) die Aufgabe haben, evtl. Fressfeinde abzuschrecken. Oft wird das Maul für Macht-Kämpfe eingesetzt und die möglichen Futter suchenden Fische kennen deren Wirkung und lassen von dem Vorhaben ab...

Über diese Eiattrappen wurde erstmals ein Bericht im Januar 1976 im Aquarien-Magazin (Dr. Jörg Vierke), Jörg: AM 10, Ein südamerikanischer Maulbrüter ..., S. 14 - 21) veröffentlicht.

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Das Seitenlinien-Organ

Alle Fische tragen je eine sichtbare sehr feine Linie an den beiden Körperseiten, die sich vom Kopf (Auge) bis zur Schwanzflosse erstreckt. Dies ist das Seitenlinienorgan oder auch Ferntastsinn genannt.
Es besteht aus sehr feinen nach außen liegenden Poren, die mit einem mit Schleim gefüllten feineren Kanal verbunden sind. In diesem Kanal warten wiederum feinste Sinneshärchen, die Cilien, darauf, Wasserdruck-Schwankungen aufzufangen und an das Nervensystem weiterzuleiten, wo diese Reize ausgewertet werden.
So kann sich ein Fisch im trüben Wasser orientieren, andere Lebewesen erkennen und potenzielle Beute ertasten.
Jedes Lebewesen im Gewässer erzeugt, sei es nur durch die Kiemenbewegung, zwangsläufig Bewegungen im Wasser. Diese Bewegung verdrängt widerum zwangsläufig das umgebene Wasser und somit werden feinste Vibrationen im Wasser erzeugt und weitergeleitet. Es können sogar kranke und gesunde Fische und deren Geschwindigkeiten unterschieden werden.

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