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Schnecken-Probleme ?

grüne Geweihschnecke: Clithon sp. (diadema) souleyetana (sp.?)
So mancher Aquarianer stellt (meist des Nachts) entsetzt fest, dass eine Schneckenplage über seinen Aquarien-Inhalt herfällt:
tausende kleine gefräßige Schnecken, wohin das Auge reicht... Doch der schlechte Ruf dieser "Untermieter" wird den Weichtieren der Meere, Seen und Flüsse nicht unbedingt gerecht! Wird richtig und sparsam gefüttert oder werden übermäßige Schnecken-Populationen gelegentlich abgesammelt, kann man sich gesunden Fischen und kräftigen Pflanzen erfreuen. Leider werden immer die Schnecken verantwortlich gemacht für das Beschädigen der Pflanzen oder des Vernichtens von abgesetztem Fischlaich. Die positiven Eigenschaften jedoch bleiben wie immer auf der Strecke...

gelbe Apfelschnecke: Gattung ampullaria, marisa, pomacea und pila
Schnecken finden fast immer Zugang in das heimische Aquarium, sei es durch :
Pflanzenkauf - hier wird der Schneckenlaich mit den Blättern der Pflanzen oder deren Wurzelwerk "importiert"...
Fischkauf - auch in mitgebrachtem Aquarienwasser des Händlers können sich Schneckenlaich oder gar Schnecken befinden...
Lebendfutter - die kleinen Lebendfutter-Tütchen können ebenfalls ein Startschuss für Schneckenpopulationen sein, allerdings eher seltener...
Tümpeln - ( = das Fangen von Lebendfutter aus freien Gewässern mittels feinem Fangnetz) - Schnecken und Schneckenlaich werden so unbewusst nach Hause geschleppt und mit der nächsten Fütterung der Fische in das Aquarium eingebracht. (In diesen Schnecken können widerum Larven von Würmern heranreifen, welche später je nach Entwicklung auf die Fische übersiedeln. So gelten Schnecken als Krankheitsherde und das Tümpeln sollte daher eher die Ausnahme sein und nur in sauberen Seen erfolgen!)

Posthornschnecke: planorbis corneus
Positive und negative Aspekte der Schnecken:
Schnecken verrichten ihr wertvolles Werk, indem sie Futterreste, abgestorbene Pflanzenteile oder gar tote Fische entsorgen, bevor diese durch den Zersetzungsprozess das Aquarienwasser belasten.

Schlammschnecke: Lymnaea stagnalis
Das Auftreten der Schneckenplage findet ihren Ursprung bei den paradiesischen Verhältnissen in Aquarium:
...gleich bleibende Temperaturen, regelmäßige und gleich bleibende Becken-Beleuchtung und übermäßige Fütterung der Fische und somit ein Nahrungsüberfluss für die bereits jetzt schon überzähligen Schnecken. Somit beste Vorrausetzungen für ihre Vermehrung und Ausbreitung! Man kann diese Schnecken-Kolonien etwas eindämmen, indem man sie (am besten Nachts) absammelt, Schnecken fressende Fische einsetzt (Schmerlen, Kugelfische) oder Schneckenköder auslegt und diese somit in ganzen Trauben aus dem Becken fischt. Wichtig hier: die Köder sollten nicht für die Fische fressbar sein: soll bedeuten, dass diese Köder aus hartem Gemüse wie roher Karotte, Kartoffel oder getrockneten Erbsen usw. bestehen sollten, da die Fische auch ger am Gemüse nagen. Von den im Handel oft als sichere Schneckenkiller angepriesenen Gifte sollte man eher Abstand nehmen, da diese die Biologie in Aquarium stören und sehr oft sogar die Aquarien-Pflanzen gleich mit vernichten. Das Ausmaß an faulenden Schneckenkadavern und dessen Giftwirkung für die Fische kann man unter Nitritpeak ableiten.

Blasenschnecke: physa marmorata

Riesenturmdeckelschnecke: melanoides tuberculata
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Brotia herculea: Riesenturmdeckelschnecke(nach Gould, 1846)
Das Gehäuse ist linksgewunden mit meist gebrochener Spitze und ca. 12 Windungen, verschieden gefärbt von Haselnuss bis Dunkelbraun, verschiedenfarbige Bänderung und Rippenausbildung. Sie zeigt sich überwiegend oberhalb des Bodengrundes.
Größe bis zu 10 cm, getrenntgeschlechtig, ernährt sich von Futter-Tabletten und sonstig pflanzlicher Nahrung, Aquarienpflanzen werden gelegentlich angefressen, die Schäden halten sich jedoch gering.
Ich habe im Internet bis zum 10.10.2008 keinen Hinweis auf eine erfolgreiche Zucht von ´Brotia herculea´ gefunden. Dennoch tut sich bei mir etwas: in den zwei Bereichen des 1-Meter-Beckens, geteilt durch eine Filtermatte, tummeln sich je 5 und 6 dieser wunderschönen großen Schnecken mit einer Gehäuselänge von derzeit ungefähr 8 cm. Als Bodengrund dient feiner Aquarienkies (Sand), in den sich die Schnecken nicht eingraben, gelegentlich werden die oberen Schichten etwas aufgeworfen.
Da in diesem Becken Welspaare gezüchtet werden, füttere ich neben Sera flora und Sera vipan auch Artemia (Frofu) und weiteres Trockenfutter neben Gemüsehäppchen wie Gurke, Zucchini oder Melone. Das Becken steht an einer sehr dunklen Stelle im Zimmer und dürfte daher kein bis sehr wenig Algenaufwuchs aufweisen. Nach telefonischen Rückfragen mit "Scheckenexperten" sagte man mir, dass diese Babyschnecken vermutlich Filtrierer sind und sich von Schwebstoffen im Wasser ernähren könnten. A. Behrendt von www.allesumdieschneck.de/ verneinte diese Aussage entschieden!
Es dauerte nun nicht allzu lange, bis man kleine Schnecken-Babys erkennen konnte, die sich von der "normalen" TDS durch ein gedrungeneres, breiteres Gehäuse und anderer Gehäusefarbe unterscheiden. Auch fehlen jegliche Zeichnungen an der Gehäusewand. Aktuell (Ende Dezember 2008) misst die Größte ~4,8mm. Ich werde hier nicht alle Geheimnisse zur erfolgreichen Zucht preisgeben, jedoch funktioniert die Vermehrung in Aquarien und ich habe hier nicht auf besondere Umstände, Futtermittel und Wasserwerte geachtet .
Kommentar 04.2010: Ich habe die Zucht der BH aufgegeben, da ich Nachzuchten dieser Schnecken kaum losgeworden bin. Ich kann jedoch sagen dass die Nachzucht nicht sonderlichen Geheimnissen unterliegen und keine Probleme bereiten.

Tellerschnecke: segmentina nitida
Zwitter, nur wenige Millimeter groß, im Gegensatz zu den Posthornschnecken ein waagerechtes links gewundenes Schneckenhaus, meist geringe Populationsdichte, verzehrt Grünalgen -Aquarienpflanzen eher nicht.
Sehr schwer zu fotografieren da sehr klein, diese im Bild ist nur ca. 1 mm groß!