Pfad: /Home /Spezifisches/Aquarien-Technik/
Filter-Technik
Die optimale Filterung und die Aufbereitung des Aquarien-Wassers ist ein wichtiger Aspekt beim Betreiben von Aquarien, egal welcher Größe und der Art des Beckens. Sie dient der Gesunderhaltung der Fische, reinigt das Wasser und beseitigt Schmutzpartikel auf mechansiche Weise. Unter biologischer Filterung ist zu verstehen, dass Bakterien die Wasserbelastung umkehren und somit entgiften. Diese Bakterien siedeln in den Filtermedien, also der Schaumstoffmatte, den Filtergranulaten und so weiter.
Der Filter-Motor zieht nun das belastete Wasser an diesen Bakterienstämmen vorbei, versorgt Diese mit Nährstoffen und die Bakterien werten das Wasser wieder auf.
Dabei gibt es verschiedene Techniken, die hier näher beschrieben werden sollen:
- Außenfilter
- Innenfilter
- Hamburger Mattenfilter
- Luftheber
- Patronenfilter
- Rieselfilter
- Mehrkammer-Filter
1
Der Außenfilter
Bewirkt die mechanische und biologische Filterung!
Ein außerhalb des Aquariums arbeitender Topf-Filter, der mittels Silikon-Schläuchen das Becken-Wasser in den Filtertopf zieht, durch mehrere Filterkammern mit verschiedenen Filter-Materialien leitet und wieder zurück in das Aquarium pumpt.
Diese Filter-Materialien (Filtermedien) können zum Einen Schaumstoff-Matten sein, die den groben Schmutz abscheiden. In den nachfolgenden Kammern werden Minerale oder grobporiges Material eingebracht, auf denen sich Bakterien ansiedeln und das Wasser ´entgiften´ und die Wasserwerte optimieren. (So senkt z.B. Zeolith den PH-Wert.) Auf die Wirkung der Bakterien wurde bereits unter NITRITPEAK näher eingegangen. Die Auswahl der Filtermedien sind sehr vielfältig!
Je nach Beckengröße sollte die Filter-Leistung beziehungsweise dessen Durchströhm-Menge gewählt werden. Man geht von einer 3fachen Durchflussmenge des Aquarien-Inhaltes pro Stunde aus.
Außenfilter einen namhaften Herstellers:
2
Der Innenfilter
Die mechanische Filterwirkung steht hierbei im Vordergrund!
Die Funktion des Innenfilters ist ähnlich dem Luftheber in Kombination mit dem Powerhead (Schnellfilter):
Ein Pumpenkopf saugt im Inneren des Aquarium "verschmutztes" Wasser durch eine Schaumstoffpatrone und bindet somit auf mechanische Art und Weise Schmutzpartikel und andere Schwebeteilchen. Die biologische Filterleistung ist abhängig von der Pumpenleistung, die Einsatzmöglichkeiten vielfältig; je nach Beckengröße, Stellfläche und Zierwert des Wasserglaskastens...
Leider kein Bild!
3
Der Hamburger Mattenfilter
Hier steht die biologische Filterwirkung vor der mechanischen!
Der HMF (Hamburger Mattenfilter)zählt zu den wirkungsvollen biologischen Filtern. Man versteht darunter eine einfache Schaumstoffmatte (blaue Filtermatte) in z.B. einem hinteren Eck des Beckens oder auch über der ganzen Breitseite des Aquarium und einem dahinter arbeitendem "Powerhead" (Schnellfilter z. Bsp. Hagen 802). Daneben funktionieren auch Luftheber sehr gut, was zudem auch sehr Strom sparend ist!
Die Pumpenleistung und die Mattengröße ist abhängig vom Beckeninhalt. Man spricht hier von einer Durchströhm-Geschwindigkeit von 5 - 10 cm pro Minute als optimalen Richtwert. In dieser Matte setzen sich nun Abfallprodukte wie abgestorbene Pflanzenteile oder Fischkot fest, es entwickeln sich weiter Bakterienkulturen, die nun diese Stoffe verwerten und umwandeln. Ohne diese Bakterien wäre das Wasser hochgiftig ( NITRITPEAK)!
Ich habe in ALLEN meiner Aufzucht-Becken diese Filter im Einsatz und stufe diesen als den Besten in der Wasserpflege ein!!!
Eck-Hamburger Mattenfilter (Aufzuchtbecken)
4
Der Luftheber
Erreicht wird die mechanische und biologische Filterwirkung!
Mit diesem einfachen kleinen Filter erreicht man große Wirkung: ein einfacher Filterschwamm steckt an einem Plastikrohr und mittels der einströhmenden und aufsteigenden Luft wird das Wasser durch die Filterpatrone gezogen. Die biologische Leistung ist ähnlich dem Hamburger Mattenfilter. Zum Betreiben dieser Filter benötigt man eine Membranpumpe. In vielen Zuchtanlagen sowie auch in meinen kleinsten Aufzuchtbecken finden/fanden solche Filter ihre Verwendung...
Luftheber
5
Der Patronenfilter
Mechanische und biologische Filterwirkung!
Eine externe Wanne oder Becken mit mehreren Filterpatronen (mittels PVC-Rohren und T-Stücken miteinander verbunden) bestückt, durch die eine Pumpe das Wasser zurück in das Becken oder den Teich befürdert. Das Prinzip ist ähnlich dem des Hamburger Mattenfilter.
Patronenfilter: Oase - Serie: Biotec Screenmatic pro.
Das Foto entstand auf einer Messe in Friedrichshaven 2007 mit freundlicher Genehmigung des Ausstellers

6
Der Rieselfilter
Filter zum optimierten Gasaustausch.
Hier "rieselt" das Wasser über einen Überlauf-Kamm durch einen Schacht in ein Auffangbecken. Durch dieses "rieseln" wird das Wasser mit optimal Sauerstoff angereichert. Die Bau-Varianten sind verschieden:
- mal direkt über ein Sieb im Überlaufschacht direkt über *Bio-Bälle
- mal ohne Hindernis in das unterhalb platzierte Filterbecken...
Man kann diesen Schacht zum Beispiel direkt in das Becken einkleben und das Wasser per Überlauf von der Oberfläche durch eine Loch-Bohrung in der Bodenplatte des Beckens mittels Kunststoff-Rohren in das Filterbecken rieseln lassen, welches dann mit einer Pumpe wieder zurück in das Becken geleitet wird. Als Filterbecken eignet sich ein Mehrkammer-Filter.
!
Bio-Bälle
kleine runde oder eckige Gebilde, die viele Schlitze und/oder kerben besitzen um eine große Oberfläche zu bilden. Dort setzen sich die Filterbakterien an und beginnen, die "Giftstoffe" (von Ammoniak zu Nitrit und weiter zu Nitrat) im Wasser umzuwandeln. Die Bio-Bälle wurden ursprünglich speziell für extene Filter-Becken entwickelt.
7
Der Mehrkammer-Filter
Mehrkammer-Filter werden, wie der Name schon sagt, in mehrere Kammern aufgeteilt, durch die das Wasser sich hindurchschlängeln muss. Es werden mehrere Schaumstoffmatten (respektive Filtermedien) eingebracht, mit denen das Wasser mechanisch und biologisch gereinigt wird.
In der letzten Kammer, die ohne Filtermedien verbleibt (der so genennten Klarwasserkammer), wird ein Powerhead eingebracht, der das Wasser wieder zurück zum Aquarium pumpt. Der Zulauf dieser Mehrkammer-Filter erfolgt optimalerweise über einen Rieselschacht.
Man kann diese Mehrkammer-Filter als externe Filterbecken im Unterschrank o. Ä. betreiben oder als Mehrkammer-Innenfilter direkt in das Aquarium einkleben lassen.
Skizze eines Mehrkammer-Innenfilters:

